Neuer Vorsitzender im „Verkehrsausschuss“

Althegnenberg       Der "Verkehrsausschuss der nordwestlichen Landkreisgemeinden" besteht seit 1973. In dieser Arbeitsgemeinschaft haben sich die Gemeinden Adelshofen, Althegnenberg, Egenhofen, Hattenhofen, Jesenwang, Landsberied, Maisach, Mammendorf, Mittelstetten und Oberschweinbach zusammengeschlossen. Diese wiederum sind durch die Ersten Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sowie durch die Verkehrsreferentinnen und Verkehrsreferenten vertreten. Die einzige Funktion, die nicht an ein kommunales Mandat gebunden ist, ist die des Geschäftsführers.

Ziel ist ein abgestimmtes und dauerhaftes Nahverkehrsangebot für die Menschen in dieser Region.

Am 29. Juli 2026 traf sich das Gremium zu seiner konstituierenden Sitzung.

Gebührend verabschiedet wurde dabei der bisherige Erste Vorsitzende Franz Robeller aus Haspelmoor. Er gilt - mit einer Unterbrechung - als „Urgestein“ des Ausschusses. Franz Robeller hat ihm schon zu einer Zeit angehört, zu der es galt, die ultimative Schließung der Bahnhöfe Althegnenberg und Haspelmoor zu verhindern. Der heftige, langjährige und letztlich erfolgreiche Widerstand der seinerzeit Verantwortlichen im „Verkehrsausschuss“ schuf die entscheidende Grundlage dafür, dass hier überhaupt Bahnanschlüsse bestehen. 1988 wurde nach ebenfalls unablässigem Ringen die S-Bahn eingleisig von Maisach nach Mammendorf verlängert. Unter der Regie von Franz Robeller wurde in den vergangenen sechs Jahren das große Ziel, die stündliche Bedienung der Halte Althegnenberg, Haspelmoor und Mammendorf mittels Regionalzügen, weitestgehend erreicht.

 

Zum neuen Ersten Vorsitzenden wählten die Mitglieder einstimmig Bürgermeister Rainer Spicker aus Althegnenberg. Ebenso einstimmig fiel die Wahl für Andrea Schweitzer, Bürgermeisterin von Landsberied, als Zweite Vorsitzende aus. Alfred Beheim aus Haspelmoor, langjähriger Geschäftsführer, hat sich bereiterklärt, diese Funktion ein weiteres Mal zu übernehmen.

 

Auch wenn die Bedienung auf der Schiene stetig vorangetrieben werden konnte, auch wenn die MVV-Buslinien und das RufTaxi (jetzt FLEXlinie) seit vielen Jahren auf einem ausgesprochen hohen Niveau stehen: Der Verkehrsausschuss sieht noch einige gehaltvolle Aufgaben vor sich. Im Einzelnen:

  • Von Montag bis einschließlich Freitag werden Mammendorf, Haspelmoor und Althegnenberg in Fahrtrichtung Augsburg zwischenzeitlich stündlich durch Regionalzüge bedient. Der Ausschuss wirkt darauf hin, dass die wenigen verbliebenen Lücken im Stundentakt alsbald geschlossen werden.
  • Der Ausschuss wird auch weiterhin intensiv darauf achten, dass sich „Stuttgart 21“ durch Änderungen im Fernverkehr nicht negativ auf die dann erreichten regelmäßigen Halte auswirken.
  • Er wird auch zeitnah sondieren, welche Folgen die mögliche Übernahme des deutschen Fernverkehrs durch den italienischen Konzern „Italo“ für den Personennahverkehr in unserer Region mit sich bringt.
  • Aus guten Gründen wehrt sich der „Verkehrsausschuss“ gegen die geplante Express-S-Bahn S23X nach Fertigstellung der Zweiten Stammstrecke. Diese würde Althegnenberg, Haspelmoor und Mammendorf zwar ebenfalls stündlich bedienen, hätte aber eine Reihe gewichtiger Verschlechterungen im Gepäck. Beispielsweise würden die Regionalzüge zwischen Mering und München-Pasing nicht mehr halten und die Fahrt mit der S23X nach München würde deutlich länger dauern. Zur Anbindung durch Regionalzughalte wie jetzt sieht der „Verkehrsausschuss“ überhaupt keine Alternative. In diesem Zusammenhang sei hervorgehoben, dass sich das Unternehmen ARVERIO hier ausgesprochen gut etabliert hat.
  • Bedingt durch einen enormen Investitionsstau auf der Schiene samt den erforderlichen Sanierungsarbeiten häufen sich mittlerweile Zugausfälle und Verspätungen. Der Ausschuss wird für seinen Bereich zumindest eine verbesserte Informationspolitik einfordern.
  • Seit einiger Zeit häufen sich Klagen über überfüllte Züge, weil gerade in Hauptverkehrszeiten oft nur eingeschränkte Garnituren verkehren. Auch hier will der Ausschuss aktiv bleiben.
  • Dringenden Handlungsbedarf sieht man beim kundenfreundlichen Umbau des unsäglichen Bahnsteigaufgangs in Haspelmoor, und zwar unabhängig von den Planungen im Rahmen der Zweiten Stammstrecke. Für Personen mit Kinderwagen, schwerem Gepäck oder Mobilitätseinschränkungen ist der Bahnsteig derzeit ohne fremde Hilfe nicht erreichbar.
  • Unterstützen will man die Initiativen, die sich für Verbesserungen auf der Strecke der S4 einsetzen.
  • Über all diesen Aktionsfeldern steht die bewährte Kooperation mit den politischen Vertreterinnen und Vertretern. Nur auf diese Weise konnten die bisherigen Erfolge erreicht werden. Der „Verkehrsausschuss“ will diese Zusammenarbeit uneingeschränkt weiterführen. Auch die offene und konstruktive Kommunikation mit dem Verkehrsunternehmen ARVERIO wird ausdrücklich anerkannt.

 

Zu all diesen Fragen wird der Ausschuss einen „Nahverkehrstag“ organisieren. Zu dieser Veranstaltung will man die politischen Vertreterinnen und Vertreter sowie die verantwortliche Ebene der Bahn und der Bayerischen Eisenbahngesellschaft mbH (BEG) einladen und um definitive Lösungen bitten. Zudem sollen die Medien mit von der Partie sein.

Ganz aktuell aber gilt es, einem Menetekel entgegenzutreten, das nicht nur den nordwestlichen Landkreis, sondern sämtliche Halte zwischen Augsburg Hauptbahnhof und Mammendorf bedroht: Wegen angeblicher Überlastung beabsichtigt die Bahn deutliche Einschränkungen im Regionalzugverkehr. Nach Möglichkeit will man den geplanten Streichmaßnahmen zusammen mit den Kommunen jenseits der Landkreisgrenze begegnen. Ziel ist es, die regelmäßigen Regionalzugverbindungen und damit die verlässliche Anbindung der gesamten Region zu sichern. Hierzu wird gesondert Bericht erstattet.